veröffentlicht am 6. Mai 2019 in Allgemein von

E-Scooter mieten oder kaufen – Was ist günstiger? 

03-05-2019

E-Scooter Sharing auf einen Blick


Das Geschäftsmodell einfach erklärt

E-Scooter Sharing kommt aus den USA. Ein Anbieter stellt in Städten E-Scooter zur Miete zur Verfügung. Gegen Bezahlung einer Gebühr kann jeder einen Elektro-Scooter ausleihen und damit im Stadtgebiet herumfahren.

Der Kunde muss sich dazu eine App auf sein Handy herunterladen und mittels Kreditkarte ein Guthaben aufladen. Die App zeigt an, wo sich der nächstgelegene E-Scooter befindet. Mittels QR-Code wird der Scooter entsperrt und nach der Fahrt auch wieder abgesperrt. Da die Roller nicht zu einer Dockingstation zurückgebracht werden müssen, können sie einfach irgendwo abgestellt werden, wo sie dann neue Kunden wieder aktivieren.

e-scooter-verleih-info

Wieviel kostet E-Scooter Sharing?

Fast alle Sharing Anbieter vermieten ihre E-Scooter zum selben Preis. Bei Lime und Bird zahlt der Kunde 1 Euro Grundgebühr für das Entsperren und dann 15 Cent pro Minute.

Eine Stunde mit einem Elektro-Scooter kostet sohin 10 Euro.

Werden die Preise erhöht? Ja!

Der größte Sharing-Anbieter Bird hat vor kurzem damit begonnen, seine Preise in den USA anzuheben. In der Stadt Detroit kostet eine Fahrminute nunmehr 33 Cent anstatt 15 Cent. Das bedeutet eine Preissteigerung von mehr als 100%.

„Genauso wie bei Uber, Big Macs oder bei einer Tasse Kaffee variieren unsere Preise jetzt auch je nach Stadt“.Bird (April 2019)

Das bestätigt, was schon lange vermutet wurde: E-Scooter-Sharing Anbieter wachsen zwar schnell und drängen in immer mehr Städte. Unterm Strich ist das Modell des E-Scooter Sharings bisher aber kaum profitabel. Eine Preissteigerung ist daher in absehbarer Zeit auch bei uns sehr wahrscheinlich.

Ab dann zahlt sich ein eigener E-Scooter aus!


So schnell amortisiert sich ein Xiaomi M365

Ein E-Scooter der gehobenen Mittelklasse, wie etwa der Xiaomi M365 kostet ca EUR 450,00. Wenn du pro Tag einen Elektro-Scooter für eine halbe Stunde mietest, kostet das EUR 5,50. Ein Scooter wie der Xiaomi M365 hätte sich sohin bereits nach nicht einmal 3 Monaten amortisiert.

Geht man davon aus, dass Sharing Anbieter wie Bird oder Lime auch bei uns die Preise – ähnlich wie in Detroit – auf 30 Cent pro Minute erhöhen, kostet eine halbe Stunde bereits 10 Euro. Den Kaufpreis für einen sehr guten E-Scooter hättest du in diesem Fall bereits nach 1 1/2 Monaten wieder herinnen. 

Mietest du einen E-Scooter mehrmals am Tag, wird das für dich ungleich teurer, da du ein jedes Mal aufs Neue 1 Euro für das Entsperren bezahlen musst . 

e-scooter-rechenbeispiel

Soll ich nun einen E-Scooter mieten oder kaufen?


Bei regelmäßiger Nutzung gilt: Kaufen!

Die Frage Mieten oder Kaufen hängt ganz von deinen Bedürfnissen ab. Wenn du nur ganz sporadisch mit einem Elektro-Scooter fahren möchtest, ist es wohl rein wirtschaftlich sinnvoller, manchmal einen E-Scooter zu mieten. Willst du dagegen regelmäßig – wenn auch nicht täglich – mit einem E-Scooter fahren, ist es eindeutig besser, einen E-Scooter zu kaufen.

Was ist sonst noch zu beachten?

Verfügbarkeit

Klar, jeder Mensch ist anders. Dem einen ist Besitz wichtiger, dem anderen geht es eher um Flexibilität. Wie auch immer. Eines ist aber unstrittig: Wenn der Leihscooter schnell verfügbar sein soll, geht das meist nur dort, wo es auch ein entsprechendes E-Scooter Sharing Angebot gibt. Der eigene Elektro-Scooter ist dagegen immer verfügbar.

Sicherheit

Andererseits brauchst du dir bei einem Leihscooter keine Gedanken über Diebstahl oder Beschädigung durch Dritte machen. Du benutzt ihn ordnungsgemäß, was andere damit anstellen, ist nicht mehr dein Bier. Um den eigenen Elektro-Scooter muss man sich dagegen selbst kümmern. Wie groß ist der Aufwand? Kaum spürbar! Ok, ein Sicherheitsschloss sollte man schon verwenden. Alles andere wäre fahrlässig. Aber ansonsten? Kommt es wohl darauf an, wo du wohnst. Die meisten nutzen ihren Roller untertags und nehmen ihn abends wieder mit nach Hause. Da kann in der Regel nichts passieren.

Zustand des E-Scooters

Viel wesentlicher ist aber ein anderer Aspekt: Nämlich die Sicherheit des Scooters. Es ist zwar traurig, aber Erfahrungsberichte aus den USA zeigen, dass eine Vielzahl der Nutzer die E-Scooter nicht gerade sorgfältig behandeln. Dazu kommt noch mutwillige Zerstörung und Vandalismus.

Was hat das zur Konsequenz? Die Leihscooter sind nach spätestens 2 Monaten so abgenutzt oder kaputt, dass sie ausgetauscht werden müssen. Die Chance, einen nicht mehr ganz einwandfreien Roller zu erwischen ist beim Sharing System durchaus gegeben. Den eigenen E-Scooter dagegen kennst du und wartest du auch. Du weißt, wie lange der Akku hält, wie die Bremsen reagieren und welche Macken er hat. Gerade auf der Straße ist es wichtig, sein eigenes Gefährt gut zu kennen.

Fazit


Viele von euch stellen sich bestimmt die Frage: Zahlt es sich für mich wirklich aus, einen eigenen E-Scooter zu kaufen? Unsere Meinung dazu: Wenn du vorhast, mit dem Elektro-Scooter auch regelmäßig zu fahren, und du Wert auf Sicherheit legst, dann ist ein eigener E-Scooter für dich bestimmt die bessere Wahl.

Willst du volle Flexibilität und ungebunden sein, und macht es dir auch nichts aus, wenn der Leihscooter mal nicht verfügbar oder defekt ist, dann bleib besser bei der Leihvariante.

Selbst wenn du den E-Scooter nur ein paar mal die Woche nutzt, zahlt es sich rein rechnerisch aber bereits nach ein paar Monaten aus, sich ein eigenes Modell zuzulegen.